
Statt Bilder mit Worten zu skizzieren, spricht in der visuellen Gestaltung eher die Intuition. Die Notizen orientieren sich deshalb vorwiegend an Grundlagen und Quellen der klassischen Fotografie. Das gibt einen Überblick, ohne allzuviel technische Details, was schließlich der Kreativität zugute kommt. Die Ästhetik persönlicher Wahrnehmung kann fotografierten Motiven einen charakteristischen wie authentischen Stil verleihen, und ist weitgehend unabhängig von zeitspezifischen Bildströmungen.
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Eine Auswahl bekannter Fotografen ( Stilleben, Mode, Portrait, Werbung, Architektur ):
Richard Avedon
Cecil Beaton
Louise Dahl-Wolfe
Horst P. Horst
George Hoyningen-Huene
Irving Penn
Albert Watson
Reinhart Wolf
Bei bedeutenden und weit verbreiteten Fotografien wird oft die Macht der Bilder sichtbar. Der Inhalt und die Inszenierung der Motive geht über eine reine Dokumentation hinaus, mit dem Versuch durch Assoziationen ein sogenanntes Idealbild zu vermitteln, oder eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. In Verbindung mit verschiedenen Massenmedien, wie etwa Zeitschriften oder Werbebeilagen, wurde und wird dadurch der Zeitgeist ganzer Generationen beeinflusst - und manch fragwürdige Entscheidung getroffen. Das betrifft vor allem Modeerscheinungen und Lebensstil.
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Fotografie im progressiven Wandel - Einblick und Ausblick:
Seit dem Entstehen der ersten Heliographie im Jahre 1826 hat sich die Fotografie stetig weiterentwickelt. Das ursprüngliche Bestreben lag wohl darin, den Moment fotografisch festzuhalten, und damit ein Zeitdokument zu schaffen. Zudem wurde die aufwendigere Technik der Malerei vereinfacht. Mit diesem Meilenstein entstand eine Möglichkeit, die Welt in einer individuellen Sichtweise abzubilden.
Die ersten Fotografien waren eher dokumentarischer Natur. Mit dem technischen Fortschritt erweiterten sich die Ausdrucksweisen und einige Lichtbildner etablierten Ihre Tätigkeit zur Kunstform. In Museen oder zeitgenössischen Ausstellungen sind manchmal sehenswerte Werke installiert.
Heutzutage gibt es eine Vielzahl fotografischer Bereiche und Spezialisierungen. Im Fotostudio sind beispielsweise Möglichkeiten gegeben eine Bildaussage zu schaffen, welche ohne eine entsprechende Form des Fotoequipments und der Ateliertechnik kaum umsetzbar wäre.
Mit digitaler Fotografie und Bildbearbeitung haben sich die Gestaltungsperspektiven erweitert. Aufgrund zunehmender Vielfalt und gesteigerten Ansprüchen liegt es nahe, komplexe Differenzierungen strukturell zu vereinfachen. In der fotografischen Praxis kommen hier die drei Säulen von Entwurf, Inszenierung und Lichtgestaltung zum Tragen. Dies sind pragmatische Werkmodule mit passenden Segmenten, welche im Entstehungsablauf flexibel kombinierbar sind. Sie schaffen einen Kern und die Grundlage für ansprechende Resultate. Innerhalb dieser drei Module bilden Ästhetik, Balance und Thematik ebenso wichtige Elemente, für die Entwicklung kreativer und aussagekräftiger Ergebnisse. Eine Essenz der fotografischen Gestaltung liegt auf Fokussierung, Strukturierung und der Schaffung visueller Kohärenz.
Bei näherem Interesse an Fotogeschichte, lassen sich in Antiquariaten umfangreiche Informationen finden. Im historischen Kontext sind zeitähnliche Entwicklungen in Kunst, Design, Architektur und Technik erkennbar. Die Betrachtung der Stile verschiedener Epochen ermöglicht ein umfassendes Verständnis gestalterischer und handwerklicher Realisierung - vom Zeichnen bis CGI ( Computer Generated Imagery ).
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Als kleine Ergänzung etwas Fachjargon aus dem Erfahrungsbereich eines Fotoassistenten:
Prolog: Für jüngere Interessenten oder Aspiranten bieten Lehrbücher eine gute Grundlage, sind manchmal jedoch etwas steril. Die berufliche Praxis zeigt vielfältige Möglichkeiten, die in Anleitungen kaum geschrieben stehen. Anbei einige schriftliche Arbeitsproben diverser lehrreicher Fotoproduktionen. Manchmal skizzierte ich anschließend die Lichtaufbauten der fotografischen Grundkonzepte.
Ein erfahrener Kameramann, der für ein größeres Fotostudio freiberuflich arbeitete, pflegte das gesamte Arrangement am Anfang hell zu beleuchten, und nahm im Anschluss partielle Abschattungen vor, um der Inszenierung einen greifbaren und räumlichen Charakter zu verleihen. Dazu wurden schwarze Kartons oder Standflächen zwischen Lichtquelle und Fotoaufbau gesetzt. Vorzugsweise setzte er Streiflicht ein, zum gezielten Einsatz von kontrastreicher Unter- und Überbelichtung.
Ein weiterer Fotograf verwendete bei Interieuraufnahmen lediglich eine Lichtquelle, um mit Lichtabfällen eine aussagekräftige Produkt- und Raumcharakteristik zu schaffen. Auch die Drehung und Neigung der Lichtquelle war relevant. Das eher diffuse Flächenlicht produzierte durch größere Entfernung härtere Schattenwürfe. Die Sonne ist ebenfalls eine große Leuchtfläche, welche durch die große Entfernung zum gerichteten Punktlicht wird.
Bisweilen war ich assistierend auch als Lektor der visuellen Lichtgestaltung und optimierten Kameraeinstellung zugange. Je nach Auftrag war ich Faktotum oder graue Eminenz. Es entsprach der Routine, dass kleinen Korrekturen möglichst unbemerkt blieben.
Nun ein Blick auf die Beleuchtung dunkler bis schwarzer Produkte, mit einer an sich eher strukturlosen Charakteristik: Eine "korrekt" gemessene Belichtung führt kaum zur Lösung dieser kontrastarmen Problematik. Streiflicht, Kantenlicht, Verlauf, Glanzlicht oder punktuelle Beleuchtung mit partieller "Überbelichtung" um ein bis zwei Lichtwerte schafft eine räumliche Darstellung mit Zeichnung in der Oberflächentextur. - Weiße Oberflächen sollten bei eventueller Überbelichtung entsprechend abgeschattet werden, um Grenzwerte nicht zu überschreiten und das Weiß in einem annehmbaren Kontrastbereich zu halten. Eine Ausnahme bilden Glanzlichter, welche als gestalterisches Element leicht überstrahlen können.
Bei einer Fotoproduktion in Frankreich hatten wir eine dekorative Windmühle in den Ockerfelsen von Roussillon in Stellung gebracht. Diese Geschichte hätte Miguel de Cervantes erfreuen können. Beim Kampf gegen die schwere Windmühle in lockerem Felsgefüge, wäre selbst ein Profikletterer an seine Grenzen gelangt. Schliesslich waren sicherheitshalber noch zwei Wecker entscheidend, für die termingerechte Fortführung der Produktion. Die Verantwortung lag hier beim Fotoassistenten, um die Produktionselite, nach nächtlichen Symposien, rechtzeitig zum Frühstück zu geleiten. Fazit: Das war ein überaus interessantes sozialwissenschaftliches Studienobjekt.
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Zu Anfang des Blogs war die Rede von einem schwarzen Karton als Handwerkszeug in der Lichtgestaltung. In dieser Aufnahme übernahm der Türrahmen dieses Gestaltungselement, zur Schaffung eines Kontrastverlaufs an der Innenwand. Durch den Charakter des Seitenlichts wurde außerdem die Formgebung des Produktes betont. Die weiße Wand bot darüber hinaus ein indirektes Licht, um die linke Kante des Hörers aufzuhellen, und die Plastizität damit zu erhöhen. Mit Tageslicht und minimalen Mitteln, kann bei entsprechender Kenntnis und Erfahrung, eine passable Aussagekraft erzeugt werden. Hier sind oft Feinheiten relevant, im Rahmen von Lichtführung, Schattenwurf, Aufhellung, Oberfläche und Materialcharakteristik.
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Abschliessend ein kleiner kunsthistorischer Ausflug, zur Betrachtung einiger Gemälde aus verschiedenen Kunstepochen. Bei der Konzentration auf die Maltechnik, erscheint der Wahrnehmung des Betrachters oft die detaillierte Ausdrucksform eines spezifischen Stils. Das ist im umfassenden Verständnis wohl eine Möglichkeit, die zweckgerichtete Sichtweise ein wenig anzupassen, und gegebenenfalls zu überwinden. Aber wie gesagt - meine Erfahrungen liegen eher in materialgerechter Beleuchtung.